Treffen der V-Leitwerke.

Die Freunde des V-Leitwerks trafen sich auch im Sommer 2004 wieder zu gemeinsamen Ausflügen und einem regen Erfahrungsaustausch rund um die Flieger mit dem elegantem Ende.

  

Sommer ???, ja richtig, das Timing war perfekt. Pünktlich zu 16. Juli zog über dem Stillberghof in Donauwörth der Sommer ein und mit ihm ein duzend V-Leitwerke und weitere Oldtimer. Willi Wälty aus Unterentfelden in der Schweiz hatte die Grundüberholung seiner Standart Austria noch nicht abschließen können und brachte halt Ersatzweise seinen postgelben Spatzen mit.

  

 Nach dem 1. Treffen dieser Art im Juli 2003 auf der Mönchsheide in der Eifel, zogen die V-Leitwerke diesmal noch weiter in den Süden.  Zwischen Fränkischer Alb im Osten und der Schwäbischen Alb im Westen sollte sich den Teilnehmern ein reizvolles Fluggebiet rund ums Altmühltal präsentieren. Besonders erfreulich, auch viele Partnerinnen und Kinder der Teilnehmer waren mit dabei, gerade letzte hatte ihre helle Freude an den 3 kleinen Chihuahua der Werners und dem großen Spielplatz am Clubheim.

Ab Donnerstags Nachmittag rollten die bis 800 km gereisten V-Leitwerk Fans auf dem Segelfluggelände Stillberghof ein. Großes Hallo unter den Wiederholungstätern und gespannte Blicke auf, und natürlich, in die Anhänger der neuen Teilnehmer.

  

 Ausgesprochen herzlich auch das Willkommen der Segelflieger in Donauwörth die eine hervorragende Infrastruktur vorzuzeigen haben. Obgleich der erste Abend am Grill schon lang wurde blieb am Freitag morgen kaum ein Flieger bis zum Frühstück im Anhänger.  Kaum Aufgerüstet verdichtet sich die Bewölkung von 0 auf 8/8. Gelegenheit in Ruhe zu Frühstücken und Exoten wie die Mü 26  die Markus Seelig mitgebracht hat zu bestaunen. Tom und Hanneke Wilschut aus Holland nutzen die Gelegenheit gar noch, mal eben ihre C-30 Edelweiss zu polieren.  Zum Mittag gab es dann am F-Schlepp Start kein Halten mehr.  Das Team der Gastgeber um Stefan Senger und Josef Fröhlich hatte zur Remo 180 noch einen Samburo zur F-Schlepp Unterstützung einfliegen lassen. Die Mü 26 mit ihrer markanten Vorpfeilung hing als erste am Seil, kaum in der Luft zog der Himmel auf und es entwickelte sich bestes Thermikwetter bei 3/8. Bald hing eine Armada von V-Leitwerken über dem Altmühltal. Da wir keine besondere Aufgabe zum Briefing ausgegeben haben konnte am Abend jeder eine andere Streckenerfahrung erzählen. Bei der Dichte an Segelfluggeländen waren Außenlandung kaum wahrscheinlich, ein Rückschlepp immer möglich, aber Glücklicherweise nicht nötig. Zum nächsten Treffen werden wir aber sicher eine kleine Aufgabe anbieten, die, die V-Leitwerke immer wieder auf einem Kurs zusammenführt.

   

Zum Samstag wurde das Teilnehmerfeld dann komplett. Ralf Henning-Glomb hat seine Ka 3 die D-7712 mitgebracht.

Der Zustand des betagten Fliegers ist mit besser wie neu kaum ausreichend zu beschreiben. Fast zu schade zum Reinhocken, so Genial ist die letzte Grundüberholung, durch einen Modellbauer, ausgefallen.  Willy Wälty der aus der Schweiz seinen Spatz mitgebracht hat lies erahnen wie wohl seine Standart Austria nach der Grundüberholung ausschauen wird, sein Spatz war ebenfalls in einem Topp Zustand. Die Mü 26 zählte mit der Neukom Elfe AN-66 zu den Orchideen des Treffens. Beide Flieger mit einer perfekten Oberfläche die kein Holz unter dem Lack vermuten lässt, was die AN-66 (Baujahr 1966) zu einer Gleitzahl von 45 pusht.  In Tom’s Edelweiss haben wir vergeblich einen Aschenbecher gesucht, mal nicht im Flugzeug, war er kaum ohne Zigarre zu sichten. Die Edelweiss und Tom kommen aus Holland und trugen zum internationalem Charakter des Treffens bei. Flieger aus 4 Nationen kurbelten am Samstag in einem Bart. Zahlenmäßig stärkste Vertreterin war wieder die SB-5 und wieder glich keine der anderen. Hans Mehl, Martin Müller und Christian Götz haben an ihre SB-5en sogenannte Wingtipps angeformt, die, die schon hervorragenden Kreisflugeigenschaften der SB-5 nochmals deutlich verbessern sollen. Eine TM ist ausgestellt und so werden wohl nächstes Jahr weitere SB-5 Flächen so schwungvoll enden. Martins SB-5, die sein Vater 1974 gebaut hat, präsentierte sich mit einer Vollausstattung im Instrumentenbrett, der Gimmick schlechthin ist aber der Gamecontroller am Knüppel. Die SB-5 von Christian Götz bringt richtig Farbe ins Spiel. Der petrolgrüne Lack ist eine Sonderanfertigung von Renger und ist perfekt aufgetragen. Die Standart Austria vom Manfred Koch die 1960 noch in Wien gebaut wurde präsentierte sich mit einem bis auf den Kiel roten Rumpf. Der rot weiße Kontrast lässt die OE-0975 schon von weitem Ausmachen, ein Musterbeispiel dafür wie farbliche Abwechslung auch die passive Sicherheit erhöht. Auch die größte Speicherkarte in der Kamera wird bei so viel Motiven bald knapp.

  

Natürlich gab es nicht nur an der Startstelle mit den Zuschauern rege Diskussionen über die „V“orteile des V-Leitwerks und die Hoffnung das sich mal wieder eine Akaflieg dem Thema annimmt.

Einig waren sich aber alle, das V-Leitwerk bleibt die eleganteste Variante am Flugzeugende.

Dank der zwei Schleppflugzeuge waren die V-Leitwerkler nach der obligatorischen Fotosession wieder in kürzester Zeit in der Luft, der Autor selbst war geradezu begeistert von dem angenehmen F-Schlepp in seiner SB-5e hinter dem Samburo.

Am Samstag Abend aufziehende Gewitter vereitelten leider die Kunstflugeinlage von Josef Fröhlich der mit seinem Salto wieder einziger Vertreter der GFK-Generation war. Alle V-Leitwerke waren aber wieder rechtzeitig am Platz und die Flieger in den Hängern, auch die Edelweiss, die Tom zunächst wieder anpflocken wollte um die S.I.R.E.N. C-30 S schließlich doch gefechtsmäßig abzurüsten. Kaum im Hänger ging der Himmel wieder auf und erst nach einem langem Abend am Grill bei bayrischem Starkbier vom Fass öffnete der Himmel seine Wind- und Wasserschleusen.

  

Der Sonntag machte seinem Namen alle Ehre, war aber für die meisten Teilnehmer leider schon der Abreisetag so das nicht mehr alle V-Leitwerke in die Luft kamen. Dafür gab es zusätzlich einige Schätze wie eine Weihe des Donauwörther Oldtimer Clubs zu bestaunen wie eine Kunstflugeinlage von Stefan Senger in der Lo100 des Clubs.

  

In Zukunft:

Klaus hatte seine SB-5, aus Zuladungsgründen, schon zum Verkauf inseriert. Im nächsten Jahr will er wieder dabei sein, mit seiner SB-5 und ein paar Kilo weniger auf den Hüften. Wir sind schon gespannt ob bis 2005 der Münchener Akaflieger Mü 22 wieder flügge ist und ob der Cirrus V1 bei Schempp-Hirth restauriert sein wird. Der Wanderzirkus „V-Leitwerk Treffen“ will sich Zukunft auch in nördlicheren und östlichen Bundesländer treffen, mögliche Ausrichter gibt es schon.

Der Initiator strebt an das dritte Treffen in den Borkenbergen (EDLB), dem NRW Segelflug Leistungszentrum auszurichten.

Eine kleine Flugaufgabe, wie eine Schnitzel Jagt aus der Luft und ein erweitertes Rahmenprogramm soll das Treffen noch attraktiver machen.

Ralf Heinisch

Webseiten:

Segelflieger in Donauwörth                             http://www.sfg-donauwoerth.com/index_d.htm

Oldtimer Club Donauwörth                             http://mitglied.lycos.de/vfhsofds/