V-Tail inside

Beste äußere Bedingungen herrschten, als sich vom 11.-13.07.2003 die V-Leitwerk-Szene zu einem zwanglosen Treffen auf dem Segelfluggelände Mönchsheide bei Bad Breisig/Rhein traf. Vierzehn Segelflugzeuge mit dem markanten V-Leitwerk aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich samt ihren stolzen Besitzern zumeist schon am Freitag auf dem schön gelegenen Platz oberhalb des Rheins eingefunden. Neun Jahre nach dem ersten V-Treffen in Bremen versammelten sich nun zwischen Eifel und Westerwald Sb 5 b, Sb 5 e, Std. Austria SH1, SHK 1, Salto und AN 66 SV.

Der Samstag morgen wurde zunächst zum ausgiebigen Foto-Shooting und Begutachten der verschiedenen Flugzeugmuster genutzt. Alle Maschinen, die teilweise bereits seit knapp 40 Jahren zugelassen sind, präsentierten sich in einem hervorragenden technischen und optischen Zustand. Komplettausstattungen vom Solarpanel über GPS, Bordrechner und Logger bewiesen, dass diese Geräte nicht nur für Platzflüge eingesetzt werden. Besonders die Segelflugzeuge der Baureihe SB5, von der Akaflieg Braunschweig konstruiert und teils im Amateurbau bzw. von Eichelsdörfer Flugzeugbau hergestellt, zeichneten sich durch sehr unterschiedliche Ausführungen im Bereich Cockpit und Haube aus. Klapp-. Steck- und Teleskopkonstruktionen waren zu sehen, aber auch individuelle bauliche Ausführungen im Bereich Rumpf-Flügel-Übergang, Sporn und Randbogen.

Eine Augenweide auch die seltene Std. Austria SH-1 sowie die wie neu aussehende SHK_1 (mit Bremsfallschirm) eines aus Freiburg angereisten Teilnehmers. Viel fotografiert wurde natürlich die in Donauwörth stationierte AN_66_SV. Mit 18 m Spannweite, Wölbklappen, EZF und einem Gleitverhältnis von 1:45 war dieses Einzelstück mit schweizerischer Zulassung das Flagschiff der anwesenden V-Flugzeuge. Als einziger Vertreter der GfK-Generation war ein Teilnehmer aus Donauwörth mit einem Salto angereist.

Interessante Detail-Lösungen gab es im Bereich der Transportanhänger zu bestaunen, vom Selbstbau über die „Schweizer-Röhre“ bis zum Cobra-Anhänger reichte die Palette und allen Behältnissen war gemeinsam, dass die Seitenleitwerks-Hutze fehlte.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Initiatoren Uwe Offer und Ralf Heinisch, der unter www.sb5e.de Info´s rund ums V-Leitwerk sammelt, bewiesen die Holzflieger, welches Leistungspotenzial in ihnen steckt. Bei 30 Kilometern Sicht, 2/8 Cu und einer Basis von bis zu 1800 m NN nutzten alle Teilnehmer die bis 1900 loc. währende Thermik zu weiträumigen und langen Flügen über Eifel und Westerwald, wobei eine Sb 5 e lt. Logger eine Flugstrecke von über 500 km zurücklegte.

Bei Bier und Grillsteaks am abendlichen Lagerfeuer wurde der gesellige Teil des Treffens fortgesetzt und Informationen rund ums V-Leitwerk ausgetauscht. Einige Amateurbauer berichteten über Besonderheiten beim Bau ihrer Segelflugzeuge, Bezugsquellen und Tipps zur Wartung- und Überholung des Gerätes fanden interessierte Abnehmer. Umrahmt wurde der Tag von einer Zielfahrt der Motorsport-Freunde der FORD-Werke Köln, die mit 35 Oldtimer-Fahrzeugen die Mönchsheide ansteuerten und dort ihre perfekt restaurierten Fahrzeuge dem Publikum präsentierten.

Ein strahlend blauer Himmel erwartete die kleine Armada am Sonntag. Vertreter der örtlichen Presse und das Regional-TV Bad Neuenahr wurden mit Informationen und Bildmotiven versorgt. Dann katapultierte die Winde die auffälligen V-Leitwerke zügig und kraftvoll an den Bilderbuch-Himmel. Steigwerte von bis zu 5 m/sec. ließen die Silhouetten rasch kleiner werden und die Teilnehmer genossen bei 40 Kilometern Bodensicht eine phantastische Aussicht. Als die letzten Maschinen gegen 1900 loc. gelandet waren, konnten die Initiatoren in durchweg zufriedene Gesichter blicken.

Die spontane Zusage eines Teilnehmers, im nächsten Jahr dieses Treffen in Wolfsburg zu wiederholen, wurde begeistert angenommen und lässt darauf hoffen, dass sich die V-Leitwerk-Szene zukünftig in größerer Runde etabliert und dann auch so seltene Flugzeuge wie Ka-1, Ka-3, Breguet, Sirene oder AN 15 zu sehen sind.

(FL)